CzechIN Zürich

Der Verein, der nicht nur für Tschechen und Slowaken in der Schweiz ist. Jeder ist willkommen!

Bevorstehende Events

Ausstellung Josef Lada 21. 11. - 16. 12.

Gerne möchten wir Sie dazu einladen den tschechischen Maler und Illustrator Josef Lada in unserer Ausstellung kennen zu lernen. Er ist über die tschechischen Grenzen mit seiner Illustration des „braven Soldaten Svejk“ und der Geschichte des „gestiefelten Katers Mikesch“ bekannt. Er hat in seinem Leben ein imposantes Werk mit einem unverwechselbaren, naiven und herzlichen Stil geschaffen. In seinen Illustrationen hat er nebst Märchen auch die Werte der damaligen Zeit und das Leben auf dem Lande dargestellt.

Als besonderen Teil unserer Ausstellung zeigen wir Interpretationen junger Kunstschaffenden der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), von Arbeiten Josef Lada‘s. Somit werden Sie in den Genuss einer
breiten Spannweite von Kunst und Zeitgeist kommen.

CzechIN Zürich
Boulevard Lilienthal 48
Glattpark, 8152

Wir danken der Familie von Josef Lada, der Botschaft der Tschechischen
Republik in Bern und dem Verband der tschechischen und slowakischen Vereine,
mit deren Unterstützung die Ausstellung entstand.

Wenn die besinnliche Zeit des Jahres langsam näher rückt und man sich Gedanken über die ersten Geschenke macht, bekommt auch die Kreativität wieder eine spezielle Bedeutung. Sehr schön!

Gerade zu Weihnachten machen sich persönliche Geschenke mit individuellen Handletterings besonders gut.

In diesem Kurs möchte ich Weihnachtsgefühle wecken und dir zum perfekten Weihnachtslettering verhelfen. Du findest hier Inspiration, passende Grüsse und Sprüche, benötigtes Material und Vorlagen.

Kursdaten

22. 11., 29. 11. oder 6. 12. 2021
Zeit: 18:00 – 21:00

Inhalt

  • Grundlagen des Brushletterings
  • Richtige Handhabung der Pinselstifte
  • Alphabet mit Brushlettering
  • Effektvolle Füllungen, Schatten und Verzierungen
  • Tips und Tricks zur Schreibtechnik und Material
  • Anwendung der gelernten Techniken bei Herstellung von Weihnachtskarten und verschiedene Beschriftungen

CzechIN Český dům Zurich
Boulevard Lilienthal 48, 8152 Glattpark

Kurspreis: CHF 120 für nicht Mitglieder des Vereines
CHF 100 für Mitglieder des Vereines

Mitnehmen: Nimm bitte  deine Pinselstifte und Schreibutensilien mit, falls du schon welche hast.

Material wird zur Verfügung gestellt: Stifte (Tombow ABT dual brush pen, Tombow Fudenosuke härte1, 2), Papiere, Arbeitsblätter, Vorlagen, Karten, Namensschilder, Geschenktasche, Geschenkbox. Nachdem Kurs gehört alles dir.

Kleine Snacks und Wasser stehen zur verfügung.

Anmeldung

Ein sprudelndes Bad ist einfach wohltuend! Durch die Zugabe von Fetten und Ölen haben Badekugeln ebenso eine pflegende wie entspannende Wirkung. Besonders schön ist es, wenn man weiss, was alles in dem Badezusatz steckt.
Badebomben können nicht nur den Kindern sondern auch Erwachsenen viel Freude bereiten und könnten ein schönes selbst gemachtes Geschenk sein.

Kursdaten

30. 11. 2021
Zeit: 15:00 – 16:30 oder 18:00 bis 19:30

CzechIN Český dům Zurich
Boulevard Lilienthal 48, 8152 Glattpark

Kurspreis: CHF 30

Mitnehmen: Bequeme Kleidung, die eventuell auch dreckig werden kann.

Material wird zur Verfügung gestellt: Alle Ingredienzen für die Herstellung von Badebomben und Verpackungsmaterial.

Anmeldung

Wednesday 1. 12. 19:00 – 21:00 Double Doodle play

Would you like to bring your emotions into balance?
Do you sometimes feel emotionally overwhelmed and don’t know how to deal with it?
You are at the right place!
This workshop is open to everyone, especially to those who think it is hard to relax.
Using both hands in the creative process is extremely liberating and relaxing. You will:

  • stop the emotional swirl by being in the present moment
  • connect to your body by discovering your focusing potential
  • release tensions from your body

It is very simple:
Just reserve your spot by sending an email to lucie@stop-stress.ch

The price is 50CHF.

Location:

CzechIN Zürich
Boulevard Lilienthal 48
Glattpark, 8152
 

The workshop will be held in English (translation possible into French, and German and Czech).
The number of participants is limited to 12.

I will be happy to answer any questions you might have by PM or email.


I am looking forward to sharing this relaxing moment with you.
Lucie

www.stop-stress.ch

Tschechische Handwerkskunst nimmt Kurs auf Schweiz

Es ist seit langem bekannt, dass die Tschechen eine Nation von Handwerkern sind. Nicht umsonst heisst es „Czech golden hands“ und wir haben uns entschieden, diese nach und nach in die Schweiz zu importieren. Wir haben mehrere einzigartige Künstler und Meister auf ihrem Gebiet gefunden, die ihr Handwerk beherrschen und es gerne mit uns teilen.

Das Projekt „Tschechische Handwerkskunst nimmt Kurs auf Schweiz“ wurde mit finanzieller Unterstützung des Aussenministeriums ins Leben gerufen und soll so lange wie möglich andauern. Freuen Sie sich z.B. auf Glasmacherei, gewickelte Perlen, Kurse zum Nähen von Barfusschuhen, Malen von traditionellen mährischen Mustern, Malen von traditionellen Mustern auf Keramik, Drahtschmuck, Scrapbooking, Ledernähen, Fimo-Schmuckherstellung und vieles mehr.

Achtung->Wegen der aktuellen Covid 19 Situation wird diese Veranstaltung in den Frühling 2022 geplant.

Als erste wird uns Frau Marta Nevrlá, mit dem Thema gedrehte Perlen, besuchen. Lesen Sie etwas über die Künstlerin und ihre Perlen und lasen Sie sich zu unserem Kurs einladen.

Wir haben einen Kurs für euch vorbereitet

Gedrehte Glasperlen
Die Technologie der handgedrehten Glasperlen (sog. Coiled Beads), die ich verwende, knüpft unmittelbar an die tausendjährige Tradition der Herstellungsmethoden an, die bereits im alten Ägypten, Syrien und Mesopotamien bekannt sind.
Die antike Perle ist auch eines der ältesten Glasdenkmäler überhaupt! Anfangs wurde Glas wegen seiner auffallenden Ähnlichkeit mit Edelsteinen geschätzt. Aus diesem Grund enthalten Ausgrabungen hauptsächlich farbiges Glas im Gegensatz zu klarem Glas.
Die ersten einfach hergestellten Perlen wurden in Mesopotamien und Ägypten gefunden. Im Mittelalter war Venedig das wichtigste Produktionszentrum. Die Tradition der Herstellung von gewickelten Perlen rund um Venedig dauert bis heute an, besonders ist die Insel Murano dafür berühmt.
Lampenperlen, wie auch Coiled Pearls manchmal genannt werden, bieten eine grosse Auswahl an Formen und Farben. Jede Perle ist ein Original, da sie von Hand gefertigt wird und ihre Fertigstellung hauptsächlich von der Begabung des Schöpfers beeinflusst wird.
Der Grund für die Bezeichnung gedrehte oder gewickelte Perle ist, dass das heisse Glas auf ein Draht aufgewickelt wird, der mit einer weissen Beschichtung (Separator) überzogen ist. Diese Beschichtung bietet die Möglichkeit, die Perlen vom Draht zu entfernen. Ein Teil des weissen Überzugs bleibt dann in der Mitte der Perle zurück – so erkennt man handgemachte Perlen.
Die Perlenkugel muss in das Perlit (Kühlgranulat) gelegt werden, um Risse zu verhindern. Zum Abkühlen wird sie in Wasser getaucht, die Trennmasse löst sich und die Perlen können dann vom Draht abgezogen werden.

ETWAS ÜBER DIE AUTORIN – Marta Nevrlá

Mein Name ist Marta Nevrlá, ich komme ursprünglich aus dem schönen Jesenice-Gebirge, aber jetzt lebe ich seit einigen Jahren mit meiner Familie und vielen Katzen und einem Hund im Herzen von Haná in einem kleinen Dorf namens Čelechovice na Hané . Als kleines Mädchen sammelte ich bunte Gläser und Steine, die in der Sonne glänzten und versteckte sie wie kleine Schätze.


Meine Liebe zu Dekoration und Glitzer ist in mir geblieben und ich widme mich aktuell der Gestaltung von Designerschmuck, insbesondere aus eigenen gewickelten Perlen, Mineralien und Naturmaterialien. Ich konzentriere mich auf die Gestaltung der ganzen Schmuckstücke. Aus technologischer Sicht sind handgewickelte Perlen am anspruchsvollsten in der Herstellung. Aus diesen Gründen ist jede einzelne Perle ein Original.


Ich habe Englisch mit Wirtschaftswissenschaften studiert, aber mein Herz wurde immer mehr von Kreativität angezogen. Ich unterrichte Kunstkurse mit den Schwerpunkten gewickelte Perlen, Tiffany-Glasmalerei, Perlenstickerei, Drahtschmuck und kleine Gegenstände sowie Glasmosaiken. Ich arbeite mit dem kreativ fokussierten Magazin KORÁLKI zusammen, seit 2007 betreibe ich drei Steinshops mit Perlen und anderem Material zur Herstellung von Schmuck unter der Marke QÍTKO. Mein nächstes Kind ist die Messe für Kreativ- und Hobbybedarf  Tvořivá Olomouc, die ich seit 2019 zweimal im Jahr in Olomouc veranstalte.

Facebook

WEB

Im Gespräch mit ...

10 Fragen von Marcel Proust

  • Was ist dein Lieblingswort? – Möchtest du etwas Wein?
  • Was ist dein am wenigsten geliebtes Wort? – Moment mal – ich für die Kinder, Kinder für mich
  • Was begeistert dich? – Wenn wir irgendwohin fliegen und uns dem Flughafen nähern
  • Was stösst dich ab? – Unordnung in der Wohnung
  • Welches Geräusch oder Lärm magst du? – Das Lachen meines Mannes
  • Welchen Geräusch oder Lärm hasst du? – Nägel die an einer Tafel kratzen
  • Was ist dein Lieblingsfluchwort? – „indenarscharbeit“ (aus dem Tschechischen wörtlich übersetzt „doprdelepráce“, bedeutet so viel wie Scheisse)
  • Welchen anderen Beruf als deinen eigenen möchtest du ausüben? – Ich möchte Moderatorin oder Ermittlerin bei der Polizei in der Mordkommission sein
  • Wenn der Himmel existiert, was möchtest du Gott sagen hören, wenn du an dem Himmelstor ankommst? – Du hast ein gutes Leben geführt

 

Interview

 

Vielen Dank für die Zeit, die du dir, dank des Interesses deiner Familie an Sportsendungen und damit des siegreichen Kampfes um den Laptop, für uns nehmen konntest.

Ihr habt kürzlich 6 Jahre in der Schweiz gefeiert – Du sagtest auch, du hättest nie gedacht, dass ihr so lange hier bleiben würdet.

 

  • Der ursprüngliche Plan war, nur für ein Jahr hierher zu kommen – mein Mann hatte einen Vertrag für ein Jahr mit einer möglichen «Option», wie es in der Sportwelt genannt wird, was bedeutet, dass er einen Vertrag auf unbestimmte Zeit erhält, wenn er seine Leistung gut ist. Unsere Entscheidung war also im Sinne von «Lass uns gehen, lass es uns versuchen, sehen, was nächstes Jahr passiert». Und nach diesem Jahr hat mein Mann wirklich einen Vertrag auf unbestimmte Zeit bekommen, und dank dem sind wir immer noch hier.

 

Und wie alt waren eure Kinder, als ihr umgezogen seid?

  • Der ältere Sohn war fünfeinhalb Jahre alt und er ging in Tschechien in den Kindergarten, der jüngere war zweieinhalb Jahre alt, und ich war mit ihm im Mutterschaftsurlaub. Und die Tochter wurde hier geboren. Aber natürlich hat sie die tschechische Staatsbürgerschaft, denn wenn man hier geboren wurde hat man nicht automatisch eine Schweizer Staatsbürgerschaft. Wir sind also alle noch Tschechen mit einem tschechischen Pass.

 

Dies bringt mich nun zu einer „persönlichen Frage», wie du es in deinem Podcast sagst: Wenn die Tschechische Republik in der aktuellen politischen Situation sagen würde, dass du keinen doppelten Pass / doppelte Staatsbürgerschaft mehr haben kannst und die Schweizer sagen würden, dass du hier nicht ohne einen Schweizer Pass leben kannst, was würdest du wählen? Würdest du wegen deines Reisepasses ausziehen?

  • Dies ist eine ziemlich schwierige Frage. Ich hätte wahrscheinlich gerne einen Schweizer Pass (wenn die Schweizer Seite die Ausstellungsverfahren für die Tschechen vereinfachten würde). Viele Landsleute haben, nach dem sie hierher ausgewandert sind und einen Schweizer Pass erhalten haben, die tschechische Staatsbürgerschaft verloren. Aber ich hätte gerne einen Schweizer Pass für die Kinder. Wenn ich es mit Sport in Verbindung bringe, wäre es für unsere Kinder viel einfacher, hier mit einem Schweizer Pass Hockey zu spielen. Wenn sie hypothetisch ein professionelles Niveau erreichen würden, würden sie durch den tschechischen Pass und die damit verbundene «Lizenz» stark eingeschränkt, da nur eine bestimmte Anzahl lizenzierter Spieler in jedem Verein spielen kann. Das würde den Wettbewerb für sie erschweren. Und natürlich wegen der Schule, damit sie die hier beenden können.

 

In deinem Podcast erwähnst du, dass dein Sohn sein Tschechisch bereits mit einem Akzent verfärbt hat. Glaubst du, dass dir das auch passieren kann? Und wenn das der Fall wäre, wie würdest du damit umgehen? Wenn dich zum Beispiel jemand in Tschechien fragen würde: «Aber Sie sind nicht von hier, oder?»

 

  • Ich muss zugeben, dass ich bereits gerne Deutsch für die schnelle Kommunikation mit Kindern verwende, anstatt nach einem tschechischen Begriff zu suchen und ihn manchmal sogar Kindern erklären zu müssen. Deutsch ist für unsere Kinder schliesslich natürlicher. Ich denke, das kann mir passieren. Obwohl ich sage, dass ich kein musikalisches Gehör habe, denke ich, dass ich den Tonfall ziemlich gut höre, und es kann mir passieren, dass ich einen leichten Akzent bekomme. Und es muss nicht in einer Fremdsprache sein. Vor ein paar Jahren war ich zufällig mit meinen Eltern in Mähren, meine Mutter und ich gingen spazieren und ich hatte plötzlich einen Arbeitsanruf von einem Kollegen aus Prag. Nach ein paar Minuten, als ich den Anruf beendete, sah mich meine Mutter überrascht an und fragte mich, ob ich wüsste, dass ich mit einem Prager Akzent gesprochen hatte. Damals wurde mir klar, dass es mir passieren könnte, dass ich versuche, den «Akzent» der anderen Partei für eine einfachere und schnellere Kommunikation zu erfassen. Und wenn ich, Gott bewahre, jemals so schlecht Tschechisch spreche, dass mich jemand fragte: «Aber du bist nicht von hier, oder?» Ich glaube, ich würde mich schämen, meine Muttersprache zu verlieren und würde mich bemühen wieder mein altes Niveau zu erreichen. Andererseits wäre es ein Kompliment für mich, wenn mich jemand auf der Strasse mit Kindern auf Deutsch oder Schweizerisch sprechen hörte und mich fragte, aus welchem ​​Teil der Schweiz ich stamme.

 

Tschechisch ist deine Liebe. Im Allgemeinen bist du auch kommunikativ und lebst in der Nähe von Bern. Dank deinem HR-Beruf verfügst du bereits über umfangreiche Kenntnisse. Du bist offen, diplomatisch und weisst, wie man in der Öffentlichkeit auftritt. Wie wäre es für die Botschaft zu arbeiten? Und in welcher Position?

  • (lacht) Aber ich bin überhaupt nicht diplomatisch, ich mag so aussehen, aber ich könnte auf keinen Fall Diplomatin sein. Ich rede gerne, viel und manchmal auch schneller als ich denke. Nein, aber jetzt im Ernst. Als wir in die Schweiz kamen, war es wirklich mein Traum, in der Botschaft zu arbeiten. Weil es nah war und auch weil ich noch kein Deutsch sprach und deshalb fand ich die Idee hier auf einer tschechischsprachigen Insel zu sein und zu arbeiten, sehr verlockend. Projektmanagement reizt mich sehr. Ich würde wahnsinnig gerne helfen Veranstaltungen für die Tschechen in Bern zu organisieren, und ich würde diese Zusammenarbeit wirklich mögen.

 

Was ist deiner Meinung nach erforderlich, um mit der schweizerischen Verschlossenheit umzugehen, von der du in deinem Podcast sprichst?

  • Wenn ich so darüber nachdenke, macht mir die schweizerische Verschlossenheit eigentlich nichts aus. Äusserlich mag ich extrovertiert erscheinen, aber innerlich bin ich ein introvertierter Typ. Ich bin gerne allein, ich muss mit niemandem reden. Zum Beispiel jogge ich gerne alleine und brauche niemanden, der sich dabei mit mir unterhält. Die schweizerischen Verschlossenheit stört mich in dem Sinne, dass es schwierig ist, Freundschaften zu schliessen. Aber dann schätzt man es umso mehr, wenn sich jemand öffnet. Und ich möchte, dass es von diesen Leuten alleine kommt, denn dann habe ich das Gefühl, dass es in ihrem Interesse und nicht die «amerikanische» Oberflächlichkeit ist. Deshalb muss ich nicht dagegen ankämpfen. Ich verstehe sie, weil ich auch nicht unbedingt und um jeden Preis mit allen reden muss. Es geht immer noch darum, wer menschlich zu dir passt. Ich muss also nicht viele Freunde um mich haben, sondern nur einen, mit dem ich mich hinsetzen, reden und verstehen kann.

 

Und beobachtest du einen Unterschied zwischen der Offenheit / Nähe der Tschechen und der Schweizer?

  • Ich denke, dass es in Tschechien schneller geht, Bekanntschaften oder Kontakte zwischen Fremden herzustellen. Weil die Schweizer zurückhaltender und sehr höflich sind, wollen sie niemanden stören. Ich glaube auch nicht, dass sie grosse Emotionen zeigen, oder sich vor Fremden laut über etwas beschweren wollen. Ich denke, dass Tschechen in der Kommunikation schneller zu «hitzigen» Themen kommen, die sie zum Beispiel durch aktuelle Ereignisse bewegen. Sie müssten, selbst vor scheinbar unbekannten Menschen, darüber sprechen und alles emotional diskutieren. Und wenn man ihnen zustimmt, ist man bereits ein Freund.

 

Was macht es deiner Meinung nach möglich, dass sich die Menschen im neuen Land zu Hause fühlen? Was ist der Hauptfaktor oder die Hauptfähigkeit, die das Gefühl von Zuhause nach dem Umzug in ein anderes Land möglich macht?

  • Wenn ich es direkt auf mich beziehen darf, war es für mich das Gefühl dass meine Familie hier ist. Ja, natürlich habe ich einen grossen Teil der Familie in Tschechien zurückgelassen, aber für mich ist meine «Wurzel» der Familie mein Mann und unsere Kinder. Und was die Dinge betrifft, wollte ich, obwohl wir vieles in Prag zurückgelassen haben, unser grosses Sofa mitnehmen. Es war immer eine Art Hafen. Wir alle passten bequem darauf, kuschelten die Kinder an uns. Deshalb war es mir zum Beispiel wichtig es auch nach dem Umzug dabeizuhaben. Aber bei jedem ist das anders. Jemand kann sich aufgrund der Dinge, die ihn mit seinem alten Zuhause verbinden, wie zu Hause fühlen. Es ist eine Sache der Einstellung zu akzeptieren, dass man sich in einem anderen Land zuhause fühlen kann, als in welchem man geboren wurde. In der Lage zu sein, das neue Land mit allen darin enthaltenen Regeln zu respektieren und es so zu akzeptieren, wie es ihn akzeptiert hat. Er muss es in dem neuen Land mögen wollen, er muss den Willen und die Entschlossenheit haben, sich in diesem Land zu Hause zu fühlen.

 

Wen würdest du gerne in deinen Podcast einladen?

  • Ich möchte jemanden einladen, der 1968 in die Schweiz ausgewandert ist. Damals hat die Schweiz viele Tschechoslowaken aufgenommen und ich möchte ihre Geschichten hören und kennenlernen. Ich frage mich, wie genau sie es geschafft haben, auszuwandern – über die Vorbereitungen, wie sie es technisch gemacht haben, was sie überwinden mussten, was folgte, als sie hierher kamen, wie es für sie war zu wissen, dass sie ihre Familie vielleicht nie wieder sehen würden. Auch wie das Zusammentreffen dann war und nach wie langer Zeit es erfolgte.

 

Was wünschst du dir für die in der Tschechischen Republik lebende Tschechen?

  • Dass die aufhören so Schvejkisch (Charaktereigenschaften von „der brave Soldat Schwejk“) zu sein. Die Regeln so akzeptieren wie sie sind, ohne sie in irgendeiner Weise umgehen zu wollen. Es ist vielleicht eine Art von Verhalten, das seinen Ursprung im vorherigen Regime hat, obwohl die Frage ist, ob es nicht schon viel früher in der tschechischen Kultur war. Wahrscheinlich wird die tschechische Kultur es nicht einfach loswerden können. Ich hätte auch gerne einen repräsentativen Präsidenten. Ich hätte auch gerne eine effizientere Bürokratie. Ich mag die Schweizer Effizienz bei der Einstellung von Prozessen und die Einfachheit des Systems. Zum Beispiel, dass der Führerschein per Post geschickt wird, ohne ins Büro laufen zu müssen. Die unkomplizierte Abwicklung der staatlicher Unterstützung bei der Einführung von Kurzarbeit, oder die Bearbeitung von Krediten während der Coronavirus-Krise usw. Einerseits ist die Vernetzung ein bisschen orwellistisch gefährlich aber Hauptsache ist, dass es funktioniert. Im Gegenzug dazu möchte ich nicht, dass die Tschechen ihre erstaunliche Fähigkeit zum Improvisieren und ihre Fähigkeit, aus dem Nichts etwas zu machen, verlieren.

 

Was wünschst du dir für Tschechien?

  • Dass das Land gedeiht und der kommenden Wirtschaftskrise standhält, in die wahrscheinlich alle Staaten nach der Pandemie fallen werden. Dass es das Potenzial, das die Tschechische Republik in sich trägt, zeigen und herausholen kann. Weil ich immer noch denke, dass wir eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung, kluge Leute, die es irgendwo auf der Welt geschafft haben und wir ein sehr gutes Bildungsniveau und Zugang zur Bildung im Allgemeinen haben.

 

Was hält sie zurück?

  • Wahrscheinlich genau das tschechisch schvejkische. Aber auch die Bremsen in der Bürokratie. Auch das tschechische Naturell, dass wir es nicht gewohnt sind, in Superlativen über uns selbst zu sprechen, wie es beispielsweise Amerikaner können. Im Gegenteil, manchmal machen wir uns unnötig klein und ertrinken in Fragen darüber, was andere über uns denken. Einerseits wollen wir weltlich sein, aber dann «knocken» wir uns selbst mit etwas raus. Es ist auch in den Themen ersichtlich, die von den Mainstream-Medien in der Tschechischen Republik im Gegensatz zu der Schweiz behandelt werden. Hier wirkt es auf mich eher so, dass man sich mit mehreren Themen befasst und nicht nur in einem Thema herum wühlt das gerade die Welt bewegt (ob es sich um die Corona Krise oder die US-Präsidentschaftswahlen handelt).

 

Was wünschst du dir für die Tschechen in der Schweiz?

  • Dass sie sich von der tschechischen Wahrnehmung der Welt befreien, aus ihrer Blase herauskommen und die Sprache lernen wollen, damit sie die lokale Kultur besser verstehen können. Ich sage nicht, dass sie ihr Weltbild um jeden Preis ändern müssen, aber sie könnten versuchen zu verstehen, dass es irgendwo anders auch funktioniert. Auch dass sie sich nicht so sehr über alles beschweren und versuchen, andere Kulturen zu verstehen.

 

Wann hast du gemerkt, dass du deine Blase verlassen hast?

  • Am Anfang lebte ich hier  wirklich in einer Art Blase. Ich kannte die Sprache nicht und konnte mich nicht in das Geschehen einbringen, ich kannte zum Beispiel das lokale politische System nicht. Aber als ich einen Deutschkurs begann und die Lehrerin uns viele interessante Dinge erzählte, suchte ich selbst nach neuen Informationen, folgte den Medien und erweiterte meinen Horizont. Und wir sind wahrscheinlich aus der Blase herausgekommen, als wir herausgefunden haben, dass hier verschiedene Kulturen Seite an Seite funktionieren können – Kinder gehen mit Tamilen, Serben, Albanern, Türken zur Schule und alle unterhalten sich auf Schwiizerdütsch miteinander.

Ich denke, es dauerte ungefähr zwei Jahre, bis uns klar wurde, dass sich unser Verständnis der Welt verändert hatte und dass wir aus unserer Blase herausgekommen waren.

 

Du hast ursprünglich begonnen, deinen Reiseblog als Tagebuch zu schreiben. Jetzt ist er bei vielen beliebt, nicht nur als Familien-Reiseführer, sondern auch als ausgezeichnete Lektüre. Es ist kein privates Tagebuch mehr, sondern ein offener Text über einen Teil deines Lebens, der für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist. Kannst du dir vorstellen, mit anderen «Redakteuren» zusammenzuarbeiten? vielleicht auch zu anderen Themen? Was könnten die Hindernisse oder Herausforderungen sein und was würdest du dabei gut finden?

  • Mein Traum war es, ein Buch mit diesen Erfahrungen zu schreiben … aber ob es dann jemand interessiert ist eine andere Sache (lacht). Schreiben ist für mich eine bessere Möglichkeit, mich auszudrücken, und dabei möchte ich bleiben. Ich möchte vielleicht nicht einmal mit jemandem in meinem Blog zusammenarbeiten, auch wenn es egozentrisch klingt. «Our Swiss Experiences» gehört mir, mein ausgearbeitetes Projekt, in das ich meine Gedanken und meinen Schreibstil einbringe, an den die Leser gewöhnt sind. Ich kann mir nicht vorstellen, die Stile anderer Leute in das Projekt einzubeziehen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich weitere Themen hinzufügen möchte. Ich kann mir eher vorstellen, aus dem Format Blog auszutreten und beispielsweise in Schulen, auf Reisekonferenzen oder Webinaren Vorträge zu halten. Zum Beispiel habe ich kürzlich einen Reiseführer für ein tschechisches Reisebüro über die Schweiz geschrieben. Ich würde wahrscheinlich diese Art der Zusammenarbeit geniessen, bei der ich mein Wissen ausserhalb meines Blogs weitergeben könnte. Kurz gesagt, ich würde definitiv gerne andere Aktivitäten machen, aber ich möchte unsere «Our Swiss Experiences» mit niemandem teilen. Dies ist mein viertes Kind.

Ich bin Hanka (tja, eigentlich heisse ich Hana, aber Hanka gefällt mir viel besser 🙂 ) ich bin eine ehemalige HR-Beraterin und jetzt bin ich Vollzeit-Mama. Ich komme aus Tschechien, aber seit November 2014 lebe ich mit meinem Mann und unseren drei Kindern in der Schweiz. Meine Leidenschaft mit diesem Blog ist es, allen zu helfen, die die Schweiz entdecken wollen.

Was ihr in diesem Blog finden könnt – Geniesst die Schweiz mit mir

  • Reisetipps für die Schweiz – interessante Wanderwege sowie Indoor-Aktivitäten – hauptsächlich im Kanton Bern (es ist ganz logisch, weil wir hier wohnen :)), aber manchmal zögern wir nicht, weiter zu gehen 🙂
  • Praktische Informationen – Sind die Wege für Kinderwagen geeignet? Kinder welchen Alters können diese Wanderung bewältigen? Gibt es Spielplätze oder Brätlistelle? Werden die Kinder den Besuch dieses Museums geniessen? etc.
  • Interessante Informationen, die man  in Reiseführern nicht findet
  • Ein Blick ins Leben mit 3 Kindern in der Schweiz  – Sprechen deine Kinder eine Fremdsprache besser als du? Verzweifle nicht und lies diesen Beitrag! Und wie ist es in der Schweiz mit Schulen und Kindergärten?
  • Ferienstipps im Ausland – weil nicht nur die Schweiz schön ist.
  • Interessante Interviews mit Menschen, die eine Beziehung zur Schweiz haben.

Ich wurde von CzechIn Český dům Zürich gefragt, ob ich etwas zur jetzigen Situation aus Sicht einer Kinderpsychologin schreiben könnte. Ich sitze gerade an der Heizung, wärme meinen Rücken und beobachte meinen Sohn, der seit halb sieben wach ist und auf deutsch „Mama, du bist ein Schweinchen“ ruft. Es sei unfair, dass ich am PC „spielen“ darf und er nicht. Ich bin genervt und überlege, wie es soweit kommen konnte.

Vor drei Wochen – oder schon einem Monat – wurden aufgrund der Corona-Situation die Kindergärten und Schulen geschlossen. Im Internet wird oft darüber berichtet, wie wir die Zeit ohne Besuch der Lehrinstitutionen mit Kindern zuhause genießen sollen, wie man die angespannte Situation in eine positive umwandeln kann. Bei uns Zuhause funktioniert das aber häufig nicht! Es ist anstrengend, stressig und ermüdend. Wir gehen weiterhin – etwas komprimiert – zur Arbeit, reichen uns den Sohn hin und her und ich staune nur über meine ToDo-Liste, die ich vor ein paar Wochen entworfen habe: „ich werde die Zeit nutzen, um meinen Sohn zu lehren, ihm feste Tagesstrukturen geben und ihm endlich beibringen, sich die Zähne im Badezimmer anstatt durch die Wohnung laufend, zu putzen“. Ebenso wollte ich mit ihm konsequent nur auf tschechisch sprechen, damit er nun endlich mehr in meiner Muttersprache sagen und verstehen kann. Wie ihr aus dem ersten Satz entnehmen könnt, spricht er mit mir weiterhin fröhlich deutsch.

Wir fühlen uns in dieser Zeit sehr angespannt, unsere Familien, Freundschaften und die Arbeit werden auf eine harte Probe gestellt. Neulich, als ich mich sehr müde fühlte, beschloss ich, meinen Sohn nicht mehr aktiv fördern zu wollen, ich dachte, ich lasse ihn nun verwildern. Am Anfang baute er sich ein Beduinenzelt auf, welches er, durch eine tollpatschige Bewegung, kaputt machte. Sein Zelt brach zusammen, mein Sohn auch. Es war mir egal, ich habe ihn bei seiner Emotionsregulation kein bisschen unterstützt (hiermit schicke ich eine Entschuldigung an unsere Nachbarn). Ich beobachtete ihn nur. Nach einer Weile fand er einen Apfel, in dem er herumstocherte. Er popelte einen Samen heraus.

Meine Güte, er langweilt sich so arg, dachte ich. Danach verschwand er für eine Weile und kam wieder, mit einer Tasse voller Erde, in die er den Apfelsamen einpflanzte. Ich war stolz auf ihn und mir wurde in diesem Moment etwas bewusst: Wir müssen die Kinder nicht um jeden Preis aktiv fördern. Es scheint, als sei es schon so vorprogrammiert, sie schaffen es von alleine. Ähnlich wie der Samen, den er seither jeden Tag vorsichtig gießt und beobachtet, wie er keimt und wächst. Und deswegen würde ich Ihnen, liebe Eltern, gerne eine Methode vorstellen, die ich in dieser angespannten Zeit als eine wertvolle Strategie erachte: „WWW“: WATCH, WAIT AND WONDER. Seien Sie nicht aktiv, beobachten Sie, warten Sie und freuen Sie sich daran, was da vor Ihren Augen wächst.

Ich wünsche Ihnen Kraft, Gesundheit und gute Nerven!

Die WWW Methode

Nein, damit meine ich nicht den Anfang einer Internetadresse, sondern es handelt sich hierbei um die Abkürzung einer Kommunikationsstrategie, die Ihnen manch anstrengende Tage mit ihrem Nachwuchs ein bisschen erleichtern könnte. Vergessen Sie allerlei Hilfsmittel die versprechen, dass sie ihrem Kind den Intelligenzquotienten erhöhen werden. Bei der WWW Methode benötigen sie absolut nichts, außer das, was meiner Meinung nach das Wichtigste für die Kinder ist: Ihre Zeit, Aufmerksamkeit und eine bewusste Entschleunigung.

Spieltherapie

Das psychotherapeutische Programm WWW wurde ursprünglich für Kinder mit Bindungsproblematik entwickelt. Dennoch denke ich, dass es von Eltern genutzt werden kann, die durch die Corona-Virus-

Situation viel Zeit mit Ihren Kindern zuhause verbringen. WWW ist eine Form von freiem Spiel und stärkt die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind.

Manchmal haben wir Eltern weniger Geduld als unsere Kleinen. Wir wollen ihnen oft etwas rasch und effektiv beibringen oder schnell für Sie ein Problem lösen: Hauptsache, es gibt bald Ruhe. WWW basiert darauf, dass das Elternteil eine passive Rolle einnimmt und die Führung im Spiel oder der Tätigkeit dem Kind überlässt. Das Kind entscheidet, was, wie und in welchem Tempo gespielt wird und geschieht. Die Eltern warten auf die Impulse des Kindes und stellen durch ihre Passivität einen optimalen Raum her, für seine Entwicklung. Die Eltern gewinnen dadurch einen Abstand, sind in einer Beobachterrolle, sind Begleiter und haben Einsicht darin, wie ihr Kind die Welt erkundet und somit lernt. Das Kind tut dies aber in seinem Tempo und nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Es entwickelt hierbei Ideen und findet Lösungsstrategien, auf die wir Erwachsenen oft nicht kommen würden. Der Elternteil ist bei WWW in einer „Kommentatorenrolle“ und versucht zu verbalisieren, was das Kind tut und erlebt. Er wird hierbei, wie ich gerne sage, zu einem „Fan“ seines Kindes.

Autor: Dipl.-Psych. Eva Němečková

Studium Psychologie in Konstanz

Kinder- und Jugendpsychiatrischerin Spital Thurgau

Sie befasst sich unter anderem mit der Forschungsentwicklung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern

 

Autor: Dipl.-Psych. Eva Němečková

Studium Psychologie in Konstanz

Kinder- und Jugendpsychiatrischerin Spital Thurgau

Sie befasst sich unter anderem mit der Forschungsentwicklung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern

Erinnerungen

Es ist Frühling!

Die Natur beginnt aufzuwachen und alles, was verborgen war, kann der ganzen Welt zeigen, wie fleissig die Natur neue Kraft gewonnen hat! Für uns  waren es 12 Monate, 365 Tage kleiner Schritte … um  endlich dahin zu kommen, wo wir heute zusammen stehen. Der Schlüssel zur Tür glänzt in der Hand und eröffnet neue,  unbekannte Abenteuer…. Ja, es ist soweit, zu unserem ersten Geburtstag  hat CzechIN- Tschechisches Haus Zürich einen neuen Look bekommen! Wir freuen uns auf einen Neuanfang und neue Freundschaften.

Unser Geburtstagswunsch ist es, euch immer mit etwas inspirieren, erfreuen und unterhalten zu können. Vor allem aber, dass auch ihr euch bei uns wiederfindet und die Möglichkeit habt, mit euren  Fähigkeiten und Selbstverwirklichung zu den Zielen des Vereins beizutragen. Mit dem Stolz  des Namens „Tschechisches Haus“ 😊 Bist du mit uns? Also komm rein!

Die Mädchen aus dem «Häuschen»😊
Míša, Pája, Pavča, Káťa, Mája, Bára, Anička, Péťa….